KUNSTRASEN: Das Fest der Soziokultur

„Kunstrasen“: KREATIVITÄT UND SOZIOKULTUR WÄCHST AM RUDOLPHSPLATZ ZUSAMMEN

Am 9. Juli 2022 lädt „Kunstrasen“ zu einem Tag der Soziokultur und Kreativszene ein. Zwischen 14:00 und 22:00 Uhr können aktuelle Projekte lokaler Künstler*innen am Rudolphsplatz besucht werden. Sie hatten auf den Aufruf reagiert, den innerstädtischen Platz zum „Kunstrasen“ zu machen und ihre Ideen zum Ort zwischen idyllischem Lahnufer und Stadtautobahn zu verwirklichen. Nach der Begrüßung zum Abendprogramm des Oberbürgermeisters Dr. Thomas Spies um 18:00 Uhr startet ein öffentliches Bühnenprogramm mit Musik. Der Fachdienst Kultur lädt die gesamte Stadtbevölkerung dazu ein, am Rudolphsplatz Kunst, Kreativität und Vielfalt zu feiern.

Auf dem Festival „Kunstrasen“ treffen sich Kunst und Kultur zu neuen Kooperationen. Das Programm ist umfangreich und reicht von Workshops über Kunstausstellungen bis zu Live-Musik am Abend. Das Besondere von „Kunstrasen“ ist, dass die Bildende Kunst eigens für diesen Anlass kuratiert und gestaltet ist. Die Arbeiten setzen sich mit der konkreten Materialität des „Kunstrasen“ auseinander, wie beispielsweise die Reflexion auf die Pelz-Tasse der Schweizer Konzeptkünstlerin Meret Oppenheim in der „Kunstrasen“-Version von Maggie Thieme oder Skulpturen über absurd treffende Überschneidungen von Natur-Kultur in Form von Reinhard Hölkers grünen Vogelfutterhäuschen. Marion Brix nähert sich dem „Kunstrasen“ lyrisch und performativ in Texten und Musik. Künstlerische Reflexionen im genauen Blick auf Arten heimischer Gräser und Assoziationen an Praktiken auf Gras zeigen die Arbeiten am grünen Tisch der Projektgruppe Weiter Raum und die Arbeiten von Samya Bascha-Döringer. Andere Arbeiten greifen die Rhetoriken und Metaphern rund um Gras auf. Chris Schmetz nutzt die Einladung zum „Kunstrasen“ zu einer Installation über das Nicht-Vergessen und über jene Themen, über die kein Gras wachsen sollte. “Die meisten Krisen werden vergessen, weil ihnen (mediale) Aufmerksamkeit fehlt”, sagt der Kulturanthropologe und Mitglied der Fotovereinigung Blaue Linse Marburg. Solche Themen bringt seine Installation in den öffentlichen Raum und zurück in die Aufmerksamkeit.

Queer.Art.Marburg. AM „Kunstrasen“

Die Arbeiten der Gruppe Queer.Art.Marburg. stellen Sichtbarkeit queerer Perspektiven in den Vordergrund, die in den letzten Monaten vom Fachdienst Kultur unterstützt wurde. Gäste können Kunstprojekte und Performances anschauen aber auch selbst aktiv werden. In Upcykling-Workshops werden mitgebrachte Textilien mit Motiven für Toleranz und Vielfalt bedruckt. Oder es kann in Workshops mit der eigenen Erscheinung in Drag King and Queen Make up gespielt werden. In Kooperation mit lokalen Vereinen, wie dem Tuntonia e.V., entstehen Kunstwerke, die historische Hintergründe der lokalen Schwulenszene einbringen. Diese Themen sind historisch wie aktuell relevant. Aufklärung und Bildung sind den Projekten von Queer.Art.Marburg. wichtig: In bildungspolitischem Kontext ist beispielsweise der Ausstellungsraum The_Cave zu verstehen, der sich mit Geschlecht, Anatomien der Vulva, bestehendem und fehlendem Wissen beschäftigt.

Bereits im Vorfeld erhielten die „priDEmons“, Aufkleber der Illustratorin Elisabeth Liliac, erhöhte Aufmerksamkeit: Die FLINTA-Dämoninnen in den Farben der Pride-Flagge sind selbstbewusst und zweideutig mit Blubble Tea ausgestattet. Sie transformieren die Verteufelung queerer Identitäten in die Coolness einer neuen Generation. Ähnlich verwandelt das Projekt „Things not to say. Kommentare zum Überdenken“ queerphobische Kommentare, die in Bannern auf dem Rudolphsplatz zur öffentlichen Diskussion gestellt werden. Für die Projekte am 9. Juli ist Galeristin Jessica Petraccaro-Goertsches alias JPG künstlerische Mentorin.

„Kunstrasen“ ALS EXPERIMENT IN MARBURG ERFINDEN

„Kunstrasen“ steht im Kontext der Kunstprojekte am Rudolphsplatz. Die Projekt- und Veranstaltungsreihe, KUNST.LABOR.STADT.PLATZ ist im Rahmen des Stadtjubiläums für und um den Rudolphsplatz im Kontext Marburg Erfinden entwickelt worden. Initiatorin ist die AG KUNST, ein Zusammenschluss von Marburger Kunstprojekten und Institutionen, u.a. der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), die FotoCommunityMarburg, das Institut für Bildende Kunst, das Institut für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart, die KunstWerkStatt, der Marburger Kunstverein und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Die künstlerische Leitung von .KUNST.LABOR.STADT.PLATZ liegt bei Bettina Pelz.

STADTJUBILÄUM Marburg800

2022 feiert die Universitätsstadt Marburg 800 Jahre „Cum burgensibus civitatis“ – die erste urkundliche Erwähnung Marburgs. Im Rahmen des Stadtjubiläums Marburg800 ist die Initiative .KUNST.LABOR.STADT.PLATZ – Kunst am Rudolphsplatz Teil der Jubiläumssäule Marburg Erfinden in der Regie des Fachdiensts Kultur (41). Das Jubiläumsjahr wird begleitet von einer Vielzahl von Initiativen, die sich für Zukunftsfähigkeit engagieren.

KONTAKT

Auf Anfrage können manche der Kunstprojekte für weitere Stationen ausgeliehen werden.
Nähere Informationen erteilt JPG unter Tel.: 0176-6173193.

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